OFFTANZTIROL - DOPPELPACK: CARAMBOLAGE / I'M STILL HERE 
DOPPELPACK

CARAMBOLAGE
Katja Piening/Margie Sackl/Peter Nagelschmiedt

I'M STILL HERE
Eva Müller/Ekehardt Rainalter/Roberto Gagliano

Fr 28.10.2016 20:00 Uhr
Sa 29.10.2016 20:00 Uhr
westbahntheater - Feldstraße 1 - Innsbruck

Eintritt: 16,- / 13,-
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CARAMBOLAGE
Folklorisierte Körpermetamorphose

Ein Tanzstück als archaische Spurensuche - auf spielerische Weise stellen sich auch überraschende Verbindungen zwischen verschiedenen Flamencostilen und zeitgenössisch alpenländischen Klangwelten ein.






Lola "La Colchona" (die Matratze), eine ganz gewöhnliche Superfrau unserer Zeit, die Beruf, Haushalt, Outfit und ihre Kinder voll im Griff hat, tritt allabendlich in einer Flamenco-Show für Touristen auf.

Bei ihrem alltäglichen Kampf durch den Zivilisationsdschungel gerät sie allerdings an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Nach einem mental-körperlichen Zusammenbruch taucht sie tief in die unbewussten Schichten ihrer Persönlichkeit ein.

Als sie aus dieser Traumwelt erwacht, findet sie sich auf einer Tiroler Alm wieder....









Auf der Suche nach ihrem verlorenen Selbst tanzt sich Lola im Laufe ihrer Metamorphose durch die Facetten der sich entfaltenden Körperebenen: gemeinsam mit dem Publikum erspürt sie den Hauch des Geistes, schwingt im Rhythmus des Herzens, berührt die Qualität der Seele und durchlebt schrittweise ungeahnte Gemütsaggregatzustände. Dabei klingt das Motiv der Sehnsucht nach einer Balance immer wieder durch elementare Töne und Naturgeräusche an.

In ihrer neuesten Soloperformance bringt die Flamencotänzerin und Choreographin Katja Piening ihre weibliche Kunstfigur humorvoll und augenzwinkernd in Begleitung des Flamencogitarristen Peter Nagelschmiedt und der Musikerin Margie Sackl erstmals auf die Bühne. Der musikalische Bogen spannt sich hierbei von Pop über traditionellen Flamenco bis hin zu Klangkompositionen alpenländischer Weltmusik.


Inszenierung und Tanz:
Gesang und Perkussion:
Gitarre: spacer.gif
I'M STILL HERE

In einer kraftvollen Mischung aus Installation, Konzert und Performance entsteht ein mystisch zartes Gewebe aus Bildern, die sich auf träumerische, dunkle und zugleich hoffnungsvolle Weise mit existentiellen Fragen des Lebens beschäftigt: Wer bin ich? Wohin gehe ich? Was bleibt von mir?

Bis zur Aufklärung schöpfte der abendländische Mensch die Kraft für sein "Hier und Jetzt" zu einem großen Teil aus dem Glauben an Gott, der Perspektive auf das Leben nach dem Tod und der Hoffnung, die Mühen der irdischen Existenz irgendwann hinter sich zu lassen. Die durch Aufklärung und Rationalismus eingeleitete Transformation religiös-kultureller und politischer Verhältnisse verschiebt diese Werte in ihr Gegenteil und stellt schließlich den mitteleuropäischen Menschen des 21. Jahrhunderts vor die Herausforderung der täglichen Selbstverwirklichung und gleichzeitigen Subordination unter den kollektiven Konsum.

Bin ich eine Vase, mit Sand gefüllt?
Was bleibt, wenn der Sand zur Gänze ausgeronnen ist, ist es zu Ende?
Sind wir Gefangene unseres Lebens, unserer Existenz, wie in einem körperlichen Gefängnis verdammt zur täglichen Erfüllung unserer Bedürfnisse?
    (frei nach Theodor Adorno).
Fragen und Denkansätze dieser Art nimmt das Stück als Inspirationen auf, um sie in freier Annäherung zu eigenen Bilder zu verarbeiten.

Das Stück thematisiert auch existenzielle Fragen rund am die Kunst: Der Künstler, der trotz widriger Umstände nicht aufgibt und sein schöpferisches Potential als Quelle seiner Existenz begreift und seinem Umfeld geistige Nahrung, Schönheit und Reibung bietet. Der die Hoffnung hochhält auf Anerkennung und Wertschätzung seiner Arbeit als selbstverständlichen, integralen Teil der menschlichen Existenz: I'M STILL HERE - wie immer auch die Umstände sein mögen.

Dass alles aber auch humorvoll, mit einer gehörigen Portion Ironie und Leichtigkeit gesehen werden kann beweist Eva Müller, die auf der Bühne mit einem Musiker/Bühnenbildner-Duo agiert. Ein rotzig trotziges Stück, das sich den Herausforderungen des Lebens frech entgegenstellt und dabei die pubertierende Kraft des Aufkeimenden zelebriert.


Konzept und Choreographie:
Visuelle Gestaltung:
Digitale Schallkomposition:
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